Warum ich mich rein pflanzlich ernähre!

Vor beinahe 5 Jahren startete ein befreundetes Pärchen (Sie-Vegetarierin, Er-Alles Esser) die 30-Tage Vegan Challenge von Attila Hildman und fragte, ob ich nicht mitmachen wollte. Warum also nicht?

Was war meine Ausgangssituation?

Ich mochte noch nie Ärzte, weswegen meine ganze Ernährungsumstellung ohne ärztliche Begleitung stattfand, was, meiner Meinung nach, absolut kein Problem darstellt, wenn man auf seinen Körper hört und ein Gefühl für ihn entwickelt. Allerdings hatte ich immer das Phänomen, dass sich meine Fingernägel schichtweise abgelöst haben und nach Bluttests beim Arzt, keine Mineralmängel festgestellt werden konnten, welche dies verursachen könnte. Außerdem war ich zu dieser Zeit im training für den Einstein Lauf in Ulm (5km) und wollte während der Umstellung feststellen, welche Auswirkung es auf meine Fitness hat, da das Rennen direkt am Ende der 30 Tage war. Fleisch mochte ich nie wirklich, bis auf Hühnchen/Pute und Hackfleisch, hatte es meine Mama schon in meinen jungen Jahren schwer mir schmackhaft zu machen. Schwieriger war es da mit Frischkäse und Käse, da ich den sehr gern gegessen habe und vor 5 Jahren gab es nicht annähernd die Vielfalt an Alternativen, die man heute in den Märkten findet. Bei Milch, Joghurt usw. war es am leichtesten, vor allem da es ja nur für 30 Tage sein sollte.

Die 30-Tage-Challenge

Wenn man dem Plan von Attila Hiltmann für die 30 Tage folgt, hat meinen einen recht guten aber auch recht teuren Einstieg in die vegane Ernährung, denn Nussmuse sind recht teuer, aber darauf basieren bei ihm viele Rezepte. Darüberhinaus verwendet er in seinen Rezepten so gut wie keine Kohlenhydrate in Form von Reis, Nudeln und Kartoffeln, da es eine Fitness basierte Ernährung ist. Nun ja , wir haben es durchgezogen und ich bin die 5km beim Einsteinlauf gestartet und als 31. Frau durchs Ziel, was bei 500 Starterinnen echt gut war. Damit hatte die rein pflanzliche Ernährung schon mal Pluspunkte gesammelt, aber noch mehr überzeugte mich die Stabilität und Festigkeit meiner Fingernägel, nach diesen 30 Tagen. Nichts war mehr zu sehen, von den sich ablösenden Schichten! Ich hatte meine Ernährungsweise gefunden, auch wenn ich sie jetzt vollends in den Alltag integrieren musste und das braucht eben seinen Zeit. Bis man mal bei allen Produkten weiß, ob Milch oder andere tierische Bestandteile verwendet wurden, welche Milch-Alternativen außer Soja es gibt und wie sie schmecken. Bolognese nur noch mit Soja oder ganz darauf verzichten? Alles einen Entdeckungsreise, die noch immer kein Ende nimmt, auch nach 5 Jahren nicht.

Veganer, Fruktarier oder Was?

Ich mag keine Schubladen und wenn jemand fragt was ich esse, habe ich mir inzwischen angewöhnt zu sagen, dass ich rein pflanzlich lebe. Warum? Das Wort Vegan löst bei vielen eine Negativreaktion aus, die gekoppelt ist mit Warnungen zu Mangelerscheinungen und der ganz wichtigen Frage: „Was isst du denn dann noch?“ Jetzt mal ehrlich, habt ihr nur Fleisch bzw. Tierische Produkte auf dem Teller, wenn ihr esst? Nicht wirklich, sondern da gehören schon mal mindestens noch die Beilagen, wie Nudeln, Reis, Kartoffeln etc dazu und Gemüse oder Salat. Außerdem geht dass dann immer gleich ins extreme, dass man dann kein Leder mehr tragen darf (Leder ist für die Füße immer noch am besten, da Naturprodukt) oder keine Feigen essen dürfte, da diese von Wespen befruchtet wurden, die in der Blüte sterben und von dieser zu einem Teil der Frucht verarbeitet wurde. Ich esse wie ich esse und totes Tier kommt definitiv nie mehr auf meinen Teller. Muss es auch nicht, mir fehlt ja nichts, denn vegane Ernährung hat nichts mit einer Mangelernährung zu tun. Diese gibt es überall, wenn man sich einseitig und ungesund (viele Fertigprodukte) ernährt. Vitamin B12 ist zum Beispiel auch nur im Fleisch der Tiere, da diese damit gefüttert werden. Dann kann ich diesen Weg doch auch umgehen und B12 selber zu mir nehmen als Supplement oder durch Milch-Alternativen, denen häufig Vitamin B12 zugesetzt ist.

Warum bleibe ich Vegan?

Mit den Jahren hat sich bei mir ein unglaubliches Wissen an der Vielfalt von Nahrungsmitteln angesammelt und auch welche Möglichkeiten ich habe, bestimmte Rezepte aus der Kindheit nach zu kochen ohne dass ich tierische Zutaten benötige. Mit diesem Wissen kam aber auch die Erkenntnis über das große Leid, was die Tiere erfahren müssen, damit der Fleischkonsum gedeckt werden kann. Massentierhaltung, Antibiotika im Fleisch, Hormone und so vieles mehr, was nicht mehr der Natur des Tieres entspricht. Kühe, die das 10fache an Milch geben, was von der Natur vorgesehen war, Dauerschwanger, damit der Milchfluss nicht versiegt und ohne Bindung an das Kalb. Hühner, die sich in engen Käfigen vor Stress die Federn ausreißen, sich gegenseitig verletzen und mit gerade einmal 1,5 Jahren aussortiert werden, da sie nicht mehr genug Eier legen. Ganz davon abgesehen, dass die männlichen Küken geschreddert, vergast oder einfach auf einen Haufen geworfen werden, um dort zu ersticken. Ich möchte dieses Leid nicht unterstützen und finde, jeder der Fleisch ist, sollte sich darüber informieren wo es herkommt und wie es produziert wurde. Ich kenne sogar viele, die sagen, wer Fleisch ist, sollte es auch schlachten können, aber wer kann das schon. Mir ist es vor allem wichtig, dass man kein Fleisch in den Müll schmeißt, denn das ist weg geschmissenen Leben.
Es gibt so viele Filme, die einen Einblick in die Fleischproduktion liefern, dass keiner mehr sagen kann: „Das wusste ich nicht!“
Und bitte regt euch nicht über asiatische Länder auf, in denen Katzen- und Hundefleisch auf der Speisekarte steht, denn wer entscheidet denn, welche Tiere es wert sind, sie zu streicheln und zu pflegen und welche gegessen werden. Da sind mir die Asiaten lieber, die einfach keine Unterscheidung machen.

Ich liebe Tiere und freue mich immer, wenn ich egal wo auf der Welt, welche sehe. Spinnen, Affen, Fische, Kakerlaken, Katzen, Pferde, Gottesanbeterin und viele, viele mehr. Ich kann nicht genug davon bekommen, vor allem wenn ich sie in ihrer natürlichen Umgebung beobachten kann. Und wenn sie sich doch mal nach drinnen verirren, dann bringe ich sie lebendig wieder nach draußen.

“Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will.”  –  Albert Schweitzer

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